Fakten prasseln täglich auf uns ein – in der Timeline, im Newsfeed, in Mails, Berichten und Statistiken. Vieles rauscht einfach vorbei. Was hängen bleibt, sind Geschichten: Dinge, die wir einordnen können, die Emotionen auslösen, die Bilder im Kopf erzeugen. Genau hier setzt Datastorytelling an – und genau dafür laden euch die Linke Medienakademie und der Referent*innenRat der HU Berlin zu einem gemeinsamen Workshoptag ein.
Statt trockene Zahlen aneinanderzureihen, geht es darum, Daten in sinnvolle Kontexte zu setzen und daraus erzählbare, verständliche Geschichten zu machen. Eine einzelne Zahl, ein Prozentwert oder eine Balkenlänge sind für sich genommen meist wenig aussagekräftig. Spannend wird es erst, wenn klar wird: Woher kommt dieser Wert? Was bedeutet er für Menschen konkret? Welche Entwicklung zeigt sich über die Zeit, welche Konflikte, welche Brüche?
Was euch im Workshop erwartet
Im Workshop gehen wir genau diesen Weg von den Rohdaten bis zur fertigen Story gemeinsam – Schritt für Schritt. Ausgangspunkt sind grundlegende Fragen wie:
Wie wird aus einem Datensatz eine erzählbare Geschichte?
Wie baut man eine Grafik so auf, dass sie neugierig macht, verständlich ist und nicht in die Irre führt?
Wo liegt die Grenze zwischen interessant erzählt und manipulativ verzerrt?
Dazu schauen wir uns an, wie verschiedene Visualisierungsformen funktionieren, wie man Akzente setzt, ohne Informationen zu verfälschen, und welche typischen Fettnäpfchen es im Umgang mit Daten gibt. Es geht um Lesbarkeit, um Dramaturgie, aber auch um Verantwortung: Wer Daten erzählt, gestaltet Wahrnehmung.
Für wen ist der Workshoptag gedacht?
Der Workshoptag richtet sich an alle, die Lust haben, mit Daten zu arbeiten – egal ob ihr schon Erfahrung mitbringt oder nicht. Vorkenntnisse sind ausdrücklich nicht nötig. Wichtig ist vor allem Neugier, Offenheit und der Wunsch, sich mit anderen über politische Öffentlichkeiten, Medienpraxis und Formen von Berichterstattung auszutauschen.
Vielleicht schreibt ihr für Hochschulgruppen, arbeitet in Initiativen, macht Social-Media-Arbeit oder wolltet einfach schon länger verstehen, wie gute Datenvisualisierungen entstehen. Vielleicht merkt ihr auch in eurem Alltag, wie schwer es ist, komplexe Themen so aufzubereiten, dass andere wirklich etwas damit anfangen können. Der Workshop bietet euch Raum, Fragen zu stellen, Dinge auszuprobieren und gemeinsam an Beispielen zu üben.
Teilnahme, Rahmen und Anmeldung
Die Teilnahme am Workshoptag ist kostenlos. Da die Plätze begrenzt sind, lohnt es sich allerdings, schnell zu sein und euch frühzeitig anzumelden. So können die Organisator*innen gut planen und sicherstellen, dass ausreichend Raum für Austausch, Diskussionen und praktische Übungen bleibt.
Wenn euch also interessiert, wie aus nackten Zahlen politische Geschichten werden, wie man Daten verständlich und zugleich verantwortungsvoll erzählt und welche Rolle Visualisierungen in linken Öffentlichkeiten spielen können, dann ist dieser Workshoptag genau der richtige Einstieg. Bringt eure Fragen, eure Erfahrungen – und vor allem Motivation – mit.
Wann? —> Samstag, 08.11.2025 von 09:30 bis 17:00
Wo? —> Hedwig-Dohm-Haus, Ziegelstraße 5, 10117 Berlin
Mit Julia Barthel & Isabel Lerch
Die Teilnahme ist kostenlos. Aber die Plätze sind begrenzt, also beeilt euch!