Die Reportage nach Relotius – Klischeefrei schreiben

14:00-17:30 Uhr | LiMA Programm

Wir studierten während unserer Ausbildung an der Reportageschule Dramaturgie, Spannungsbogen und Höhepunkt der perfekten Reportage. Während des Ausbildungsjahres geriet ausgerechnet dieser erzählende, konstruierende Journalismus in Kritik. Zurecht, finden wir. Wichtiger als runde Geschichten sind präzise Recherche und Mut zum Widerspruch. Um nicht nur spannende Geschichten, sondern vor allem wahrhaftige zu erzählen.

Die klassische Reportage befördert oft Klischees und dichotome Erzählmuster: Gut gegen Böse, Aufstieg und Fall, Katastrophe und Happy End. Wir wollen die Realität nicht in einfache Schablonen gießen, sondern in ihrer Vielschichtigkeit abbilden. Trotzdem schreiben wir weiterhin leidenschaftlich Reportagen. Und fragen uns oft: Wie geht Reportage nach Relotius? Ohne Klischees, ohne narrativen Zwang – aber nicht weniger packend?

  • Warum Redakteur*innen die perfekte Geschichte wollen – Claas … wer? Ein kleiner Überblick über die Causa Relotius und deren Aufarbeitung, der Narzissmus und Star-Kult in der Welt der Reporter*innen.
  • Reportagen lesen – Was gefällt mir persönlich? Wie sind Einstiege / Enden gebaut? Was hält mich am Lesen? Welche Voraussetzungen stellen unterschiedliche Medien an den Schreibstil? Wir lesen und diskutieren verschiedene Texte, ihre Besonderheiten und ihre Gemeinsamkeiten.
  • Der Tod der Heldenreise? –Welche Möglichkeiten gibt es, eine Reportage zu strukturieren? Was sind die Vor- und Nachteile jeder Variante? Wir überlegen uns, wie eine Recherche so erzählt wird, dass sie glänzt. Und trotzdem stimmt.
  • Fallstricke der Reportage – Wie werde ich meinen Protagonist*innen gerecht? Wie kann ich Klischees vermeiden? Wie baue ich Spannung auf, ohne künstlich zu dramatisieren? Wir besprechen die größten Gefahren der Reportage.
  • Selber schreiben – ihr bringt eine Recherche / ein Thema mit, das euch interessiert, wir überlegen im Peer-to-Peer Verfahren, welche Erzählformen / Struktur / Protagonist*innen sich dafür eignen.

Zielgruppe: Der Workshop ist offen für alle Erfahrungsstufen. Im Vorfeld wird ein Reader mit Beispielmaterial zur Verfügung gestellt. 

Anina Ritscher & Eva Hoffmann:

Anina, geboren in Zürich, studierte in Konstanz und Leiden Literatur, Kunst und Medienwissenschaften. Sie war Redakteurin beim Magazin „das Lamm“ und absolvierte die Reportageschule in Reutlingen. Gerade arbeitete sie beim Freitag und bei der taz, wo sie ab 2020 weiterarbeiten wird. Sie veröffentlichte u.a. in der WOZ, nd, Stuttgarter Zeitung, jetzt.de, Tagesanzeiger. Ihre Lokalreportage „Liefern am Limit“ war für den Deutschen Reporterpreis 2019 nominiert. 

Eva studierte Medien- und Kulturwissenschaften in Freiburg, Wien und Paris, Schwerpunkt Medien der Kontrolle und Überwachung. Drei Jahre arbeitete sie für das jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung und absolvierte die Reportageschule in Reutlingen. Derzeit arbeitet sie als freie Journalistin für den fluter, das DUMMY Magazin, zenith Magazin und verschiedene Zeitungen – vom freitag bis zur Stuttgarter Zeitung. Die letzten zwei Monate verbrachte sie im investigativ Ressort der ZEIT und hat sich dort auf investigative Recherchen und Langformat spezialisiert.

Gemeinsam mit anderen freien Freiberufler*innen gründen die beiden gerade ein journalistisches Kollektiv. 

Workshop über zwei Tage: am 20. und 21. Juni!

Einheitspreis für Teil 1&2 des Workshops: 80 Euro


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